Geschichte

Durch unterstützung des Regierungspräsidenten in Münster, konnte die Pflichtfeuerwehr durch eine Freiwillige Feuerwehr ersetzt werden. Vor diesem Hintergrund kam es auch im Frühsommer 1914 zur Gründung einer Freiwilligen Wehr in Billerbeck. Am 17. Mai 1914 wurden 50 Mitglieder registriert. Die Wahlen brachten folgendes Ergebnis:

1. Brandmeister: Caspar Sievers
Stellvertretender Brandmeister: Wilhelm Steinbicker
Führer der Steigerabteilung: Wilhelm Hünneke
Führer der Spritzenabteilung: Caspar Rickert
Führer der Ordnungsmannschaften: Hubert Ahlers

Am 20. Juni konnte die Freiwillige Feuerwehr dann zu ihrem ersten Brand ausrücken. (Feuer in Möllmann`schen Haus). Im ersten Weltkrieg, wurde dann die FFw Billerbeck immer mehr abgeschwächt und die Mitgliederzahlen sanken. Am Kriegsende, 1918 stand die FFw vor einem Neuanfang.

Im November 1926 machte Oberbrandmeister Sievers die gemeindlichen Stellen darauf aufmerksam, dass die Ausstattung mit Feuerlöschmitteln in Billerbeck durchaus unzureichend sei. Zu diesem Zeitpunkt gab es 90 aktive Mitglieder in der Feuerwehr. Um 1932 wurde dann in Billerbeck das Fahrzeug mit Motorspritze eingeweiht. Für den weiteren Verlauf wurden (1929-1933) 5000 Mark bereit gestellt. Das erlaubte den Ankauf eines Lieferwagens mit Anhängervorrichtung.
Bis Ende November 1934 investierte die Stadtgemeinde Billerbeck 5800 Reichsmark zur Verbesserung des Feuerlöschwesens.

Neuanschaffungen:
Motorspritze mit Zubehör (2966 Reichsmark)
Ausrüstungsgegenstände (2000 Reichsmark)
Steigerturm (840 Reichsmark)
Ende März 1934 begann dann der Bau des Steigerturms. Am 11 Juni wurde an der Schulstraße der neue Steigerturm eingeweiht.
Am 10. April 1933 im Lokal Ahlers, versicherte Oberbrandmeister Sievers "treue Gefolgschaft" Adolf Hitlers gegenüber.

Dies führte zu Neuwahlen:
Oberbrandmeister: Caspar Sievers
1.Brandmeister: Hubert Ahlers
Schriftführer: August Born
technischer Spritzenmeister: Carl Rickert

Die Lage spitzte sich weiter zu, da am 15. Dezember 1933 auf landesgesetzlichem Wege ein neues Feuerlöschgesetz erlassen wurde. Dies machte Freiwillige Feuerwehren zu öffentlich- rechtlichen Einrichtungen. Im Frühjahr 1934 wurde auf einer Vorstandssitzung beschlossen, dass die FFw ein "eingetragener Verein" wird. Dies wurde am 13. Februar vollzogen.

Am 12. September 1934 wurde folgende Wehrführung eingesetzt:
Wehrführer: Hauptbrandmeister Hubert Ahlers
Führer des motorisierten (Halb-) Löschzuges und stellvertretender Wehrführer: Alex Hesselmann
Führer des 2. (Halb-) Löschzuges: Otto Reichard
Führer des 3. (Halb-) Löschzuges: Carl Rickert
Führer des 2. (Halb-) Löschzuges (Beerlage): Bernhard Lammers

Auf Antrag mehrerer Wehrmänner beschloß man in der Generalversammlung am 27. April 1948 den Vorstand zu beauftragen, eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit dem Beratungsthema:" Auflösung der FFw Billerbeck" einzuberufen, " falls bis zu diesem Termin mit dem Bau des Gerätehauses nicht begonnen worden ist und dieser ohne Unterbrechungen vollendet wird."
Über die Aktivität der Freiwilligen Feuerwehr Billerbeck in der unmittelbaren Nachkriegszeit des 2. Weltkrieges, liegen kaum Quellen vor. Aus vorhandenen Unterlagen geht jedoch hervor, dass schon 1946/47 Bemühungen zur Reorganisation und Neubelebung der Wehr stattfanden. In der Praxis war dies jedoch schwieriger, da die technischen Geräte nicht vorhanden waren. Viel Feuerwehrmänner litten unter der politischen Unterdrückung. Es gab sogar einzelne, wie den langjährigen Kassierer Ludger Freese, die unter der NS-Herrschaft nicht unerhebliche berufliche Nachteile erlitten, weil sie vormals der katholischen Zentrumspartei angehörten und sich für ihre Ziele engagiert hatten.
Das Protokollbuch der Freiwilligen Feuerwehr Billerbeck, eröffnet seine Berichterstattung erst wieder Anfang der 50er jahre, als die größte Not und der Kampf um Alltägliches überwunden waren. Am 19. November fanden folgende Vorstandswahlen statt:

Amtsbrandmeister: Hubert Ahlers
Wehrführer: Alex Hesselmann
stellv. Wehrführer: Josef Meier
Schriftführer: Bernhard Noll
stellv. Schriftführer: Herbert Langner
Kassierer: Ludger Freese
Gruppenführer: Josef Kentrup und Josef Menke
Gerätewart: Johann Rzeha
1. Maschinist: Leo Hülskamp
2. Maschinist: Werner Hesselmann

Im Frühsommer 1954 stand dann das 40jährige Jubiläum der FFw Billerbeck an. Es kamen aus dem gesamten Kreisgebiet rund 600 Feuerwehrkameraden. Aus der Hand von Oberkreisdirektor Koch, erhielten das Goldende Feuerwehr-Ehrenkreuz:

H. Ahlers, C. Rickert und B. Ahlers;

das Feuerwehrkreus in Silber für 30jährige Mitgliedschaft:
A. Hesselmann, L. Freese, H. Ermann, F. Ahlers und L. Kunstlebn;

das Feuerwehrkreus in Bronce für 25jährige Mitgliedschaft:
J. Meier, W. Wiesmann, J. Kleideiter, J. Kentrup, J. Menke, L. Hülskamp und J. Höning

In den 50er Jahren, denen das deutsche "Wirtschaftswunder" das Gepräge gab, standen die Zeiten günstiger für die Modernisierung der technischen Feuerwehrausrüstung. Im August 1952 konnte die Billerbecker Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug (Opel Blitz) in Betrieb nehmen. Im Frühjahr 1958 folgte dann die Anschaffung eines moderneren Tanklöschfahrzeuges (Magirus-Deutz), das am 23. April eingeweiht wurde. Der TLF musste 1960 rund 18mal ausrücken um die Siedlungen Kerkeler und Bombeck mit Wasser zu versorgen. Für die besonderen Verdienste im Feuerlöschwesen von Hesselmanns, wurde am 5. Februar 1959 mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen der Sonderstufe Silber ausgezeichnet. Er verstab jedoch im Frühjahr 1961. Auf einer Vorstandssitzung wurden dann neue Wahlen durchgeführt:

Wehrführer: Werner Hesselmann
stellv. Wehrführer: W. Allendort
Schriftführer: P. Keller
Gerätewart: H. Langner
Gruppenführer: W. Bertels und L. Noll


Das Jahr 1964 war im Hinblick auf die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Billerbeck von besonderem Rang. Im großen Stil sollte das 50jährige Bestehen gefeiert werden. Gleichsam als "Geburtstagsgeschenk" der Stadt übergab Bürgermeister Brockamp am 4. Juli in Anwesenheit von Oberkreisdirektor Koch und einer Reihe von Ehrengästen das neue Feuerwehrgerätehaus an der Mühlenstraße. Damit war (endlich) eine alte Forderung der Wehr in Erfüllung gegangen

Anfang der 70er Jahre wurde die Beerlage in Billerbeck eingemeindet. Dadurch musste eine organisatorische Fusion erfolgen, die am 1. Juli 1970 im Lokal Ahlers geschah. Durch den Zusammenschluss der beiden Wehren, bewilligte Bürgermeister Brockamp am 20. November 1971eine Anschaffung des LF 8. Die Übergabe erfolgte am 17. Juni 1972. Außerdem wurde in diesem Jahr noch ein Leichtschaumgenerator in Betrieb genommen. Aus gesundheitlichen Gründen legte Ende 1979 Werner Hesselmann sein Amt als Wehrführer ab und wurde von Herbert Langner ersetzt. Zeitgleich konnte die FFw Billerbeck die Übernahme des TLF 16/25 feiern. Weiterhin setzte man sich für eine Anschaffung des LF 16 TS ein, das 1958 offiziell in Betrieb genommen wurde. Lange wurde um ein TLF 8/18 verhandelt, was dann im Sommer 1986 bestellt wurde und am 25. Mai 1987 eingeweiht wurde. Im Jahr 1988 wurde die endgültige Planung für die Erweiterung und den Umbau des Gerätehauses abgeschlossen. So konnte Stadtdirektor Koch und die stellv. Bürgermeisterin Stippel am 3. Dezember 1988 den ersten Spatenstich ansetzen. Die Fertigstellung erfolgte im Jahr 1989.